Stellen Sie sich vor, Sie netzwerken nach einem anstrengenden Messe- oder Kongresstag mit Kollegen Ihrer Branche, plaudern bei einem Glas Wein über die Qualität der Besucher, über neue Produktentwicklungen am Markt oder einfach nur über den guten Italiener nebenan. Plötzlich öffnet jemand die Saaltür und plärrt in die Menge: „Sonderangebot, 40 % Rabatt bei Bestellungen bis 20:00 Uhr!“ und verschwindet wieder. Sie würden vermutlich leise den Kopf schütteln, müde lächeln und sich weiter unterhalten.

Ungefähr so wie dieser Saalbrüller verhalten sich manche Unternehmen auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Twitter. Anschließend urteilen sie „Social Media ist Unfug!“, „bringt nichts“, „haben noch nichts darüber verkauft“. Kein Wunder. Dabei wäre alles so einfach, wenn sie verstehen könnten, dass in der Social Media Welt dieselben Gesetze gelten wie beim Cocktailempfang:

  • Rechtzeitig da sein. Wer zu spät kommt, hat es schwer, in die Gruppe hineinzufinden.
  • Dresscode beachten! Avatarfoto und Kurzbiografie sind die Klamotten und Schuhe der elektronischen Netzwerkwelt.
  • Landessprache und -kultur beherrschen! Chinesen sprechen und verhalten sich anders. Blogger und Online-Netzwerker auch.
  • Wer niemanden kennt, hängt sich am besten an einen erfahrenen Insider an, der gut verdrahtet ist und lässt sich vorstellen.
  • Erst zuhören, dann sprechen. Wer mitreden will, sollte erst einmal wissen, welche Themen gerade relevant sind.
  • Lächeln. Wer nur herummeckert und einen Flunsch zieht ist kein attraktiver Gesprächspartner.
  • Nicht zu viel trinken. Mineralwassernipper könnten wie Spaßbremsen wirken, ein Glas Wein zuviel lockert die Zunge auf unkontrollierte Weise. Also lieber zurückhaltend sein.
  • Die Hand geben und sich freundlich vorstellen. Die Grundregeln der Höflichkeit gelten auch im Internet. Rechtschreibregeln übrigens auch.
  • Wer fragt, gewinnt. Anderen offene Fragen zu stellen signalisiert Interesse. Und nebenbei lernt man noch was dabei.
  • Auf Namensschilder achten. Nicht nur auf Messeparties freuen sich Ihre Gesprächspartner, wenn Sie sie beim Namen ansprechen und ein wenig darauf eingehen, für welches Unternehmen sie arbeiten.
  • Anderen die Tür aufhalten: freundliche Gesten sind Einladungen zum Gespräch und schaffen ein angenehmes Grundklima. In Online-Netzwerken gelingt dies am besten über kluge Antworten auf Fragen, Verteilen von Informationen und Links und Weiterverbreiten von Aussagen, die anderen etwas bringen. Die Energie kommt zurück!
  • Reden, wenn es etwas zu sagen gibt. Sonst: einfach mal die Klappe halten. Auf keinen Fall die Schlagzeilen der Tageszeitung laut vorlesen oder einen soeben gehörten Witz nacherzählen. Das langweilt!
  • Bringen Sie andere dazu, gut über sich zu sprechen. Und tun Sie das nicht permanent selbst.
  • Suchen Sie die Nähe zu wichtigen Multiplikatoren und albern Sie nicht ständig mit Aushilfskräften herum. Ist vielleicht nett. Bringt aber nichts.
  • Bleiben Sie am Ball. Besuchen Sie dieselbe Veranstaltung regelmäßig und verabreden Sie sich.
  • Glauben Sie bloß nicht, Partybesuche allein kurbelten Ihren Umsatz an. Aber als flankierende Maßnahmen zu Ihrer guten Arbeit sind sie perfekt.
Social Media ist wie der Cocktailempfang nach einer Messe
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