Verraten und verkauft

Man stelle sich vor, ein guter Stammkunde bucht zum 1000sten Mal ein Seminar bei mir. Er bezahlt im voraus den gewohnten Preis. Nun komme ich vor Seminartermin auf die Idee, meine Seminare an einen Billig-Trainer weiter zu geben. Ich frage den Stammkunden natürlich nicht, wie er das findet. Auch nicht, ob er einverstanden ist, vom gewohnten ****-Komfort in ein Ibis-Hotel im Gewerbegebiet umzuziehen. Mein Ersatztrainer kommt zu spät und begrüßt meinen Stammkunden mit den Worten: Ich muss jetzt erst noch eine Stunde nach nebenan, da ist uns ein Trainer ausgefallen. Als er dann wiederkommt und der arme Stammkunde um ein Glas Orangensaft bittet, erhält er als Antwort: “Kostet drei Euro.”

Ein solcher Stammkunde müsste wohl reichlich bescheuert sein, jemals wieder ein Seminar bei mir buchen zu wollen. Unvorstellbar, dass jemand so mit seinen liebsten Geldgebern umgeht. Unrealistisch? Nein. Die Lufthansa macht das so.

So verärgert man Kunden!

Für den 3. April hatte ich einen Lufthansa-Flug Hamburg-Stuttgart hin und zurück gebucht und bezahlt. Und von Lufthansa eine Bestätigung bekommen. Mit Lufthansa-Logo und Lufthansa Buchungscode. Beim Losfliegen war ich reichlich überrascht, dass aus meinem Flug nun ein Germanwings-Flug wurde. Ich hatte zwar in der Zeitung gelesen, dass diese Billiglinie der Lufthansa einige Strecken übernehmen sollte, fühlte mich aber aus irgend einem Grund nicht betroffen. Ich ging davon aus, dies gelte für Flüge, die man dann auch über Germanwings bucht. Das Abenteuer begann mit einer kleinen Durchsage am Flughafen, 15 Minuten vor der geplanten Abflugzeit: Wer online eingecheckt hat, solle sich am Schalter melden. Ungefähr drei Passagiere hatten ein Papier-Ticket. Alle anderen standen nun an einer endlos langen Schlange, um sich den elektronischen Check-in durch einen Ausdruck bestätigen zu lassen. Warum das so war, erfuhren wir nicht. Es ging also leicht verspätet los.

Ich muss draußen bleiben

Nach einem langen, arbeitsreichen Tag in Stuttgart wollte ich die Wartezeit bis zum Rückflug noch ein wenig in der Lounge arbeiten. Und wurde nicht reingelassen! Ich hätte ja ein Germanwing-Ticket. “Ja”, meinte ich. “Aber nicht freiwillig! Ich habe Lufthansa gebucht und bezahlt.”  Das sei unerheblich, erfuhr ich. Zwei Lufthansa Mitarbeiter saßen in reiner Funktion böse bellender Wachhunde vor der Lounge und verärgerten auf gleiche Art einen Reisenden nach dem anderen. Das Buffet in der Lounge war reich bestückt – die Sessel und Stühle blieben leer. Stattdessen stapelten sich wütende Passagiere in der Abflughalle, die sich gegenseitig in Rage redeten.

Attentat statt Freundlichkeit

Endlich im Flieger angekommen hieß es dann: “Guten Tag, hier spricht Ihr Pilot. Ich habe direkt ein kleines Attentat vor auf Sie. Wir fliegen nun leider nicht direkt nach Hamburg. Da in Nürnberg eine unserer Maschinen liegen geblieben ist, fliegen wir diesen kleinen Umweg und sammeln dort die Passagiere ein. Wir danken für Ihr Verständnis.” Ich hatte aber kein Verständnis. Ich war sauer. Statt um 22:00 Uhr sollte ich nun um 23:00 Uhr in Hamburg landen. Am nächsten Tag hatte ich wieder früh morgens ein Seminar. Aber es half ja nichts. Wir waren Gefangene. Festgeschnallt. Und die letzte Air Berlin Maschine war leider auch schon weg.

Während ich nun in der Luft bangte, ob wir noch vor 23:00 Uhr landen und somit dem Nachtflugverbot ausweichen könnten, fragte ich die Stewardess nach einem Glas Wasser und Orangensaft. “Haben wir nicht.” kam nur kurz. Ich zeigte auf den Orangensaft auf ihrem Wagen und meinte, ob sie den vielleicht nicht gesehen hätte. “Kostet drei Euro.”

Lufthansa und Germanwings: Habt Ihr einen Knall???

30 Kommentare
  1. 04.12.2013

    Weia!!! Ist ja wirklich unglaublich … Tsssssss.

    Mir ist übrigens ganz ähnliches auch schon mit AirBerlin passiert: Ich hatte Flüge nach Istanbul gebucht, über AirBerlin – und landete mit der Familie in einem türkischen Billigflieger, in dem man sein Wasser auch zahlen musste.

    Da lob ich mir doch meinen Flug nach New York, da gab es sogar WLAN. ;-)

  2. Anja Stubbe
    04.12.2013

    Ja, ich liebe die Lufthansa auch, nach einer Nacht ohne Bett, ohne Bewachung, ohne Verpflegung und ohne Enschuldigung auf dem Münchener Flughafen sogar richtig leidenschaftlich. Die Gerichtsverhandlung ist am 16. April…

  3. 04.12.2013

    Klarer Vorteil der Bahn: Als monopolist kann man nichts umbuchen ;p

  4. 04.12.2013

    Hallo Sue,

    kann Deinen Unmut verstehen, aber nicht, warum Du dachtest, Du wärest nicht betroffen? Es wurde mehrfach kommuniziert, dass ab April alle Lufthansaflüge Germanwingsflüge sind, außer die von/nach Frankfurt oder München. Ebenso wurde klar in allen Medien berichtet, dass man damit den Loungezugang verliert.

    O-Saft und die Nürnbergsache finde ich wirklich sehr, sehr mies. Generell ist es von Lufthansa nicht die feine Art, aber der Rest war bekannt seit Januar. Sorry.

    • 04.12.2013

      Liebe Romy, kannst Du mir den Passus in unserem Grundgesetz zeigen, der mich dazu zwingt, Medien zu konsumieren? Ich persönlich weiss davon nichts. Weiss nicht, dass die Lufthansa ihre eigenen Flüge von german Wings durchführen lässt. Wenn ich Lufthansa buche, buche ich nicht German Wings und da hat die Lufthansa dementsprechend mit dem Kunden zu kommunizieren und sich nicht darauf zu verlassen, dass er auf seinem Toilettengang die FAZ konsumierte, in der Ausgabe, in der das zu lesen war.

      Ich wünsche Unternehmen, die mit solchen Mogelnummern agieren, einen schönen Niedergang. PanAm gibt es auch nicht mehr.

    • Der Eine
      04.12.2013

      Hallo Romy,
      muss man sich nun schon vor der Buchung jegliche Schlagzeilen aneignen um beruhigt mit Lufthansa zu fliegen (oder eben auch nicht)?

      Ich verstehe Sue’s Unmut und wäre ebenso entsetzt über diese Art von Service, was eigentlich nicht mehr als solcher zu bezeichnen ist.

  5. susanne
    04.12.2013

    Liebe Romy, wie gesagt, ich hatte eine Lufthansa-Buchungsbestätigung. Ich war sicher, nur neue Flüge wären davon betroffen. Ich werde wegen jeder pupsigen Änderung des Abluggate per sms informiert. Warum kann man einem Vielflieger nicht wenigstens Bescheid geben, dass man seinen Flug auf eine andere Gesellschaft umbucht? Mir ist auch relativ egal, welches Logo auf dem Flugzeug steht. Aber ich habe Lufthansa Service (Getränke an Bord und Nutzung der Lounge) bezahlt. Und die reklamiere ich!

  6. 04.12.2013

    Naja, “knall” ist da doch etwas hops gesagt. Bei so einem großen Unternehmen wie der Lufthansa geht es wie im oberen Beispiel ja auch nicht etwa um Seminare, sondern um Flüge. Und bei Flügen sieht der Bearbeitungsprozess nun mal anders aus, wie auch die Schadensregulierung bei ausgefallenen Flügen, denn die Passagiere in Nürnberg sind davon ja auch nicht gerade begeistert, wenn der Flug vollständig ausfällt. So ist das nun manchmal bei Flügen. Dafür hat man die Möglichkeit den Kaufpreis bei der Lufthansa teilweise zurückzuverlangen.

  7. Kilian
    04.12.2013

    Mittlerweile ist das alles auch wieder etwas anders. FTL bekommen nun auch im Smart-Tarif wieder Loungezugang und der Smart-Tarif beinhaltet Getränke.

    Umbuchungen LH -> Germanwings erfolgen in den Smart-Tarif (Business in den Best).

    Bin froh, dass 97% meiner Strecken über die Hubs MUC und FRA gehen.

  8. Harry
    04.12.2013

    Generell muss man bei Lufthansa sehr aufpassen, was auf der Buchungsbestätigung steht. Bei Langstreckenflügen mit Zwischenhalt kann es auch vorkommen, dass Teilstrecken von “Billigfliegern” übernommen werden. Immer auf das “LH” achten, mit dem die Flugnummer beginnt. Kein “LH” -> keine Lufthansa.
    War vor kurzen ein Bericht im Fernsehen, da war auf der Lufthansa-Buchungsbestätigung die erste Teilstrecke ein “LH”-Flug, der zweite Teil nicht. Die Fluggesellschaft, die ab dem Zwischenhalt geflogen wäre, war zwischen Buchung und Flug Pleite gegangen, und LH hat den Kunden nicht informiert, sondern bis zum ersten Zwischenhalt fliegen lassen – dort saß er dann fest… perfekter Service ist was anderes.

    • Claudia
      04.12.2013

      Ihr Lieben, es steht leider immer eine LH Flugnummer im Reservierungssystem der Star Alliance , wichtig ist der Passus “operated by”. Bei Langsteckenflügen gibt es keine “Billigflieger”, die einen an den Zielort bringen! Absolut schlecht ist die fast flächendeckende innerdeutsche und -europäische Übernahme der Germanwings. Leider machen sich der Vorstandstvorsitzende Christoph Franz mit seinem Finanzvorstand Frau Menne keine Gedanken über Menschen auf der Seite der Kunden oder der Mitarbeiter, sie sind ihnen leider vollkommen egal! Die Hauptsache ihr jeweiliger Kontostand stimmt! Schade um die vielen hochmotivierten Mitarbeiter, die täglich Enormes leisten und versuchen die Kunden “bei der Stange zu halten”, die schließlich auch einen Beitrag zu den Vorstandsgehältern leisten!

  9. 04.12.2013

    War denn auf der Buchungsbestätigung angegeben, durch wen der Flug durchgeführt würde? Wenn dort Lufthansa stand, kann ich Deinen Unmut ganz und gar verstehen. Wenn dort Germanwings steht, kann ich Deinen Ärger immer noch zu großen Teilen nachvollziehen, denn der Umweg über NUE ist wirklich daneben.

    Ich selber habe schon so viel Ärger mit dem Kranich gehabt, dass ich mir wirklich langsam die Frage stellen müsste, warum ich mit dem Haufen überhaupt noch fliegen sollte.

    Falls es interessiert hier alle Blog-Einträge, die ich in der Vergangenheit zur Lufthansa und ihrem Umgang mit dem Kunden geschrieben habe.

  10. sebastian
    04.12.2013

    hallo sue, ich war auch auf dem flug und habe mich gefragt, ob eine airline das recht hat mich unnötig dem risiko einer weiteren landung und eines weiteren starts auszusetzen. bekannktlich sind das die phasen des fliegens, die am kritischsten sind.
    und dann so noch dreist zu sein, den passagieren nicht einen goodie bei den drinks zu geben, zeigt das man auf ryan air niveau angekommen ist. dann gleich zu besseren tarifen mit air berlin – danke dass ihr bei one world seid – guter schachzug!

  11. 04.12.2013

    @Harry: Das “LH” vor der Flugnummer sagt gar nichts aus. Es besagt nur, dass der Flug AUCH als LH-Flug durchgeführt wird. Was meinst Du, wie viele Codeshare-Flüge am Tag auch unter einer LH-Flugnummer durchgeführt werden, obwohl der Kranich daran beteiligt ist….

  12. 04.12.2013

    @Susanne Da würde ich genau so handeln. Lufthansa ist in Barcelona auch extrem schlimm. Ich ziehe jetzt die Konsequenz daraus und buchen nur noch bei billig Airlines, da weiß man was man hat.

  13. Katharina
    04.12.2013

    Mein Mann und ich haben auch Lufthansa gebucht und Lufthansa bezahlt und bekamen Germanwings – und der Platz, den ich im vorderen Bereich des Flugzeugs gebucht hatte, mit mehr Beinfreiheit, weil ich zum Zeitpunkt des Fluges in der 30. Woche schwanger war, wurde mir nach bereits erfolgtem Web-Check-In bei der Gepäckabgabe kurzerhand einfach wieder weggenommen mit dem Argument “da fliegt eine Familie mit Baby mit”. Ähm, ja, und das da unter meinem T-Shirt ist ein Medizinball.
    Unnötig zu erwähnen, dass letztendlich in derselben Reihe neben besagter Familie mit Kind noch drei andere völlig normale Reisende saßen, die man, im Gegensatz zu mir mit meinem dicken Bauch, komischerweise nicht hatte umsetzen können. Letztendlich habe ich nach langem und lautem Protest doch noch einen Platz mit mehr Beinfreiheit bekommen, aber vergnügungssteuerpflichtig war diese Reise auch nicht.

  14. 04.12.2013

    Das ist schon eine echt Unverschämtheit, wie man mittlerweile mit Kunden umgehet. Wie diese Unternehmen trotzdem überleben können, bleibt mir ein Rätsel. Die Lufthanse hätte mich unter diesen Bedingungen garantiert das letzte Mal als Kunden begrüßen dürfen!

  15. 04.12.2013

    Es kommt inzwischen ja leider oft vor, dass man aufgrund verschieden Codeshare abkommen mit anderen Airlines transportiert wird als man bucht (z.T. ist das ganz gut, wenn man JFK-FRA auf Lufthansa bucht und dann den Codeshare Partner Singapore bekommt (20 Minuten nachdem der “richtige” LH Flieger geht). Aber meist sind’s downgrades (z.B. American Airlines anstatt BA).

    In diesem Fall hat Frau Westphal natuerlich recht, da es sich hierbei ja um eine Auswechslung geht, es kann ja nicht so schwierig sein, ein paar Wochen lang allen GW Linden LH Service zu bieten, bis die Ihre Operations im Griff haben.

  16. Pitt
    04.12.2013

    Wer ist denn hier überrascht. Ich bin in den letzten Jahren oft Stuttgart-Berlin geflogen und da waren Flüge mit LH in LH-Flugzeugen auch mit nix essen und trinken, wogegen es bei Air Berlin was gab. Dafür war Air Berlin aber auch billiger.
    Resultat 1: alle flogen lieber Air Berlin.
    Resultat 2: Air Berlin in den Miesen und LH macht weiter Gewinn.
    Sicher nicht wegen STR-TXL-STR, aber wer mal in den USA intern geflogen ist, kann ahnen, was noch auf uns zu kommt.
    Bleibt dann die Wahl zwischen Airlines ohne Service, unverlässlichen und auf manchen Teilstrecken viel zu langsamen Zügen (Vive la France!) und verstopften Autobahnen.
    Es lebe dann die virtuelle Welt!

  17. 04.12.2013

    Der Artikel ist wirklich schön geschrieben und ich denke irgendwo im PR-Monitoring der Lufthansa oder spätestens beim Social-Media-Monitoring von Facebook-Posts die “Lufthansa” enthalten wird bald ein freundlicher Lufthansa-Miatarbeiter deinen Blog-Post lesen und dir einen Gutschein schicken … prinzipiell sollte jeder der sich ärgert darüber bloggen, dann ändert sich vielleicht was (oder auch nicht) #tgif & LG Max.

  18. 04.12.2013

    Mein Tipp: Seminare in Deutschland höchstens 300 Kilometer voneinander entfernt planen, wenn kein seminarfreier Tag dazwischen liegt. Bahncard 100 kaufen. Im Zug schlafen. Augenbinde und Ohrstöpsel nicht vergessen.

  19. Martin Draeger
    04.12.2013

    Ich werd mal durchrechnen, ob ich nicht doch zur Bank gehe, mir einen utopischen Kredit genehmigen lasse und bei Airbus n paar Maschinen von der Stange shoppen gehe. Die stelle ich dann fürn paar Kröten an den Hamburger Airport und sammle im Vorbeigehen die verstörten Lufthansa-Kunden ein. Dann serviere ich noch anständige Drinks und Lufthansa kann sich mal gepflegt in ihre Lounge gehackt legen… ;)

    • jason white
      04.12.2013

      mach das mal- das haben ganz Andere vor dir versucht ;-)
      1. ist Fliegen heute das Einzige, was billiger ist, als es vor 40 Jahren war…leider fliegen dadurch auch vielmehr Möchtegerns und Prolls mit…
      2. versucht jede Airline natürlich auch Geld zu verdienen…
      3. kochen alle mit Wasser: ich hatte auch Scheißflüge mit Etihad und SIA…
      4. gibts immer Alternativen: eigenes Auto, Bahn, Schiff…wie jetzt..?!? unbequem..?? also: buchen, zahlen, fliegen, Klappe halten…

  20. 04.12.2013

    Die Diskussion ist gerechtfertigt und ich habe sie mir Spannung verfolgt. Ich frage mich aber tatsächlich, ob denn keiner mehr das berühmte Kleingedruckte liest? Bei jeder Buchung, die vielleicht über eine bestimmte Airline vorgenommen wird, aber einer anderen (“Codeshare”) Fluggesellschaft ausgefürt wird, gibt es den Hinweis “operated by XXX”, auch wenn dieser bestimmt auch mal klein gedruckt ist. So wird es denke ich auch bei der Germanwingsüberaschung gewesen sein. Soweit ich weiß ist die Angabe sogar ein rechtliches Muss. Die z.T. von den Buchstaben her gleichanfangenden Airline Zweilettercodes (LH, AB, SQ…) sind sicher verwirrend aber es gibt in jeder Buchung einen Hinweis, mit welcher Fluggesellschaft man tatsächlich fliegt.
    Und jetzt zum Thema “alles wird billig, alles wird schlechter”: Der weitaus größte Kostenfaktor der deutschen Fluggesellschaften ist der Kerosinpreis, der in schwindelerregende Höhen steigt. Um da als deutsche Fluggesellschaft standhaft bleiben zu können und nicht 3/4 der Belegschaft vor die Tür zu setzen, muss man sich was einfallen lassen. Die genannten Einzelschicksale hier sind absolut verständlich enttäuscht und aufgbracht, aber ganz nüchtern betrachtet sollten wir und alle anschauen, was mit großen ehemals soliden deutschen Unternehmen passiert und das alles nicht von ungefähr und grundlos daher kommt. Air Berlin ist sogut wie platt, wird nur noch von Ölmultis auf der Intensivstation am Leben gehalten. Besonders die niedrigen Ticketpreise einer Emirates und sonstigen Sandkastengesellschaften drücken die Preise so sehr, dass man als LH neue Strategien austüfteln muss und dann eben soerwas dabei heraus kommt, damit man sich nicht völlig verabschieden muss.
    Leute, denk auch ein bisschen an die nackten wirtschaftlichen Hintergründe und überlegt euch auch mal, ob wir nicht trotzdem versuchen sollten die deutschen Unternehmen vor dem Verrecken zu retten.

  21. rosi
    04.12.2013

    Oh Gott- ihr und eure dramatischen Probleme!!
    Es klingt fast so als müsstet ihr tot umfallen wenn
    es auf 50 min Flug kein Wasser und einen O-Saft gratis gibt!
    Klar, der Umweg nach Nürnberg war sicher nicht das gelbe vom Ei- aber stellt euch nur mal vor ihr wärt dort gestrandet!
    Diese Gäste waren sicher froh drum.Und ja,ein Flugzeug geht auch mal kaputt und nein,es ist nicht so schnell um einfach zu reparieren wie ein Klappfahrrad!
    Wer macht’s besser???Richtig,niemand!Also,tief durchatmen und always happy landings!:)

  22. Mike
    04.12.2013

    Liebe Sue,
    bitte nehmen Sie es nicht persönlich aber mir fällt im Moment nicht mehr als ein ganz lautes “Muuuhahaha” ein.
    Ich bin Anfang 60 und habe ein recht erfolgreiches Berufsleben hinter mich gebracht. Wenn ich jetzt über die Arbeitsbedingungen in den 60er-/70er-Jahren schreiben würde, bekäme ich ein eben so lautes “Muuuhahaha”…. Damit will ich noch nicht einmal auf die 80er interkontinental oder gar die 90er in den “Ostblock” eingehen…
    Sie/ich/wir reisen alle zu einem Bruchteil der früheren Kosten – oder deutlich schneller…dabei sind wir auch alle immer schneller geworden…sind schneller gemacht worden oder haben uns schneller gemacht…
    Entschleunigen Sie sich ein wenig, verzichten Sie auf Eile oder nehmen Sie das einzig wahre Verkehrsmittel: ein Fahrzeug der Oberklasse mit Con-/Com-Box und Fahrer… Sie werden sehen, dann wird alles gut!
    Mit freundlichen Grüßen
    Mike

  23. susanne
    04.13.2013

    Lieber Mike, liebe Rosi,
    mein Problem ist weder, dass ich verdurste, noch, dass ich hektisch um Sekunden kämpfen würde. Es geht mir einzig um den Umgang mit Kunden. Ich hätte mir gewünscht:
    * Eine Änderung, bezogen auf einen konkreten Flug (mitsamt ihren Auswirkungen), per E-Mail oder sms direkt zu erhalten. Dann kann man sich schon mal drauf einstellen und wird nicht überrascht. Bei jeder pupsigen Gate-Änderung erhalte ich auch eine sms. Das ist kein Hexenwerk.
    * Ich sehe nicht ein, warum die Lounge verwehrt blieb. Ok, daraus hat man gelernt. In Zukunft dürfen FTL Passgiere wieder rein. Eine Geste an die verärgerten, die man ausgesperrt hat, mitsamt einer Entschludigung halte ich für angebracht.
    * Beim Flugumweg über Nürnberg: Nicht für Verständnis danken sondern darum bitten.
    * Ein Goodie als Geste anbieten für den deutlich längeren Flug. Und nicht auch noch ein Extrageschäft daraus machen, dass die Leute nun allmählich einen trockenen Mund bekommen. Ich finde es ein wenig hämisch, die Gäste zu verärgern und dann mit dem Getränke-Verkaufswagen herumzugehen.

  24. Chris
    04.14.2013

    Es weiss doch jeder, dass der FTL nur ein Pseudostatus ist ;)

  25. Ufuk Ebcinoglu
    04.15.2013

    Liebe Susanne,

    willkommen im Club der Geprellten und Verschacherten. Die Lufthansa hat hinsichtlich der Kommunikation und auch der Pflege ihrer loyalen Fluggäste komplett versagt.

    Ich habe hieraus meine Konsequenzen gezogen und habe der Kranich-Linie seit Anfang des Jahres komplett den Rücken zugewandt. Ab Berlin habe ich ins Ländle und in den Rest der Republik mit AirBerlin eine vernünftige Alternative. Da die AirBerliner mir einen so genannten Status Match angeboten haben, fliege ich mit dem Silber Status der Oneworld-Fliegergemeinde. Mehr noch: mit ein paar mehr Flügen innerhalb einer Probezeit erhalte ich bereits den Goldstatus, für den man bei Lufthansa & Co. dreimal um die Welt in der Business-Class fliegen müsste…

    Und es geht noch besser: Wenn man einen Mindestumsatz von 15.000 Euro pro Jahr mit seiner Kreditkarte macht, erhält man von der DAB Bank eine kostenlose Platinumkarte inklusive eines Priority Pass für sich und den Partner bzw. die Partnerin. Da ich meine berufsbedingten Flüge über die Kreditkarte abrechne, kommt dieser Betrag bei mir relativ schnell zusammen und ich habe keinerlei Kopfschmerzen, wenn ich mal an einem Flughafen kurz etwas trinken, etwas lesen und meine Emails checken möchte und dafür aber nicht bereit bin, den klassischen Wucherpreis in einer schäbigen Flughafen-Kaschemme zu bezahlen.

    Du siehst: Es gibt vernünftige Alternativen. Nach 10 Jahren (!) durchgängigem Lufthansa-Status habe ich diese Pseudo-Ehe gekündigt und lebe ganz befreit in neuen Wahlbeziehungen.

    Liebe Grüße nach Hamburg und vielleicht treffen wir uns dann in der Oneworld-Lounge in Stuttgart ;-)

    Ufuk

  26. dork
    08.27.2014

    hab im januar lufthansa gebucht für 1000 euro und im juli dann einen germanwings-flug für weniger als die hälfte erhalten.

    schon nach der landung hab ich mich beschwert, die reaktion seitens des beschwerde-management: “als die info per mail kam, dass der flug von germanwings durchgführt wird, hätten sie ja entscheiden können ob sie den flug antreten wollen…..”
    ich hab ja nicht 600 für den leihwagen und 2000 für das ferienhaus bezahlt… gehts noch ?

    es eskaliert gerade und ich bin kurz davor das an anwälte zu geben. ich habe eine leistung gebucht und bezahlt – weit im vorraus, erhalten habe ich eine leistung, die weniger wert war.

    ich vergleiche dass mit einem leihwagen – ich buche einen SLK, zahle im vorraus und bekomme dann vor ort einen trabbi – da ich zum kunden fahren muss, nehme ich den trabant….

    das verhalten der lufthansa ist mir unverständlich und gehört juristisch bewertet ….

    d.


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