Verraten und verkauft

Man stelle sich vor, ein guter Stamm­kunde bucht zum 1000sten Mal ein Semi­nar bei mir. Er bezahlt im vor­aus den gewohn­ten Preis. Nun komme ich vor Semin­ar­ter­min auf die Idee, meine Semi­nare an einen Billig-Trainer wei­ter zu geben. Ich frage den Stamm­kun­den natür­lich nicht, wie er das fin­det. Auch nicht, ob er ein­ver­stan­den ist, vom gewohn­ten ****-Kom­fort in ein Ibis-Hotel im Gewer­be­ge­biet umzu­zie­hen. Mein Ersatz­trai­ner kommt zu spät und begrüßt mei­nen Stamm­kun­den mit den Wor­ten: Ich muss jetzt erst noch eine Stunde nach nebenan, da ist uns ein Trai­ner aus­ge­fal­len. Als er dann wie­der­kommt und der arme Stamm­kunde um ein Glas Oran­gen­saft bit­tet, erhält er als Ant­wort: „Kos­tet drei Euro.”

Ein sol­cher Stamm­kunde müsste wohl reich­lich bescheu­ert sein, jemals wie­der ein Semi­nar bei mir buchen zu wol­len. Unvor­stell­bar, dass jemand so mit sei­nen liebs­ten Geld­ge­bern umgeht. Unrea­lis­tisch? Nein. Die Luft­hansa macht das so.

So ver­är­gert man Kunden!

Für den 3. April hatte ich einen Lufthansa-Flug Hamburg-Stuttgart hin und zurück gebucht und bezahlt. Und von Luft­hansa eine Bestä­ti­gung bekom­men. Mit Lufthansa-Logo und Luft­hansa Buchungs­code. Beim Los­flie­gen war ich reich­lich über­rascht, dass aus mei­nem Flug nun ein Germanwings-Flug wurde. Ich hatte zwar in der Zei­tung gele­sen, dass diese Bil­lig­li­nie der Luft­hansa einige Stre­cken über­neh­men sollte, fühlte mich aber aus irgend einem Grund nicht betrof­fen. Ich ging davon aus, dies gelte für Flüge, die man dann auch über Ger­man­wings bucht. Das Aben­teuer begann mit einer klei­nen Durch­sage am Flug­ha­fen, 15 Minu­ten vor der geplan­ten Abflug­zeit: Wer online ein­ge­checkt hat, solle sich am Schal­ter mel­den. Unge­fähr drei Pas­sa­giere hat­ten ein Papier-Ticket. Alle ande­ren stan­den nun an einer end­los lan­gen Schlange, um sich den elek­tro­ni­schen Check-in durch einen Aus­druck bestä­ti­gen zu las­sen. Warum das so war, erfuh­ren wir nicht. Es ging also leicht ver­spä­tet los.

Ich muss drau­ßen bleiben

Nach einem lan­gen, arbeits­rei­chen Tag in Stutt­gart wollte ich die War­te­zeit bis zum Rück­flug noch ein wenig in der Lounge arbei­ten. Und wurde nicht rein­ge­las­sen! Ich hätte ja ein Germanwing-Ticket. „Ja”, meinte ich. „Aber nicht frei­wil­lig! Ich habe Luft­hansa gebucht und bezahlt.”  Das sei uner­heb­lich, erfuhr ich. Zwei Luft­hansa Mit­ar­bei­ter saßen in rei­ner Funk­tion böse bel­len­der Wach­hunde vor der Lounge und ver­är­ger­ten auf glei­che Art einen Rei­sen­den nach dem ande­ren. Das Buf­fet in der Lounge war reich bestückt — die Ses­sel und Stühle blie­ben leer. Statt­des­sen sta­pel­ten sich wütende Pas­sa­giere in der Abflug­halle, die sich gegen­sei­tig in Rage redeten.

Atten­tat statt Freundlichkeit

End­lich im Flie­ger ange­kom­men hieß es dann: „Guten Tag, hier spricht Ihr Pilot. Ich habe direkt ein klei­nes Atten­tat vor auf Sie. Wir flie­gen nun lei­der nicht direkt nach Ham­burg. Da in Nürn­berg eine unse­rer Maschi­nen lie­gen geblie­ben ist, flie­gen wir die­sen klei­nen Umweg und sam­meln dort die Pas­sa­giere ein. Wir dan­ken für Ihr Ver­ständ­nis.” Ich hatte aber kein Ver­ständ­nis. Ich war sauer. Statt um 22:00 Uhr sollte ich nun um 23:00 Uhr in Ham­burg lan­den. Am nächs­ten Tag hatte ich wie­der früh mor­gens ein Semi­nar. Aber es half ja nichts. Wir waren Gefan­gene. Fest­ge­schnallt. Und die letzte Air Ber­lin Maschine war lei­der auch schon weg.

Wäh­rend ich nun in der Luft bangte, ob wir noch vor 23:00 Uhr lan­den und somit dem Nacht­flug­ver­bot aus­wei­chen könn­ten, fragte ich die Ste­war­dess nach einem Glas Was­ser und Oran­gen­saft. „Haben wir nicht.” kam nur kurz. Ich zeigte auf den Oran­gen­saft auf ihrem Wagen und meinte, ob sie den viel­leicht nicht gese­hen hätte. „Kos­tet drei Euro.”

Luft­hansa und Ger­man­wings: Habt Ihr einen Knall???

30 Kommentare
  1. 04.12.2013

    Weia!!! Ist ja wirk­lich unglaub­lich … Tsssssss.

    Mir ist übri­gens ganz ähn­li­ches auch schon mit Air­Ber­lin pas­siert: Ich hatte Flüge nach Istan­bul gebucht, über Air­Ber­lin — und lan­dete mit der Fami­lie in einem tür­ki­schen Bil­lig­flie­ger, in dem man sein Was­ser auch zah­len musste.

    Da lob ich mir doch mei­nen Flug nach New York, da gab es sogar WLAN. ;-)

  2. Anja Stubbe
    04.12.2013

    Ja, ich liebe die Luft­hansa auch, nach einer Nacht ohne Bett, ohne Bewa­chung, ohne Ver­pfle­gung und ohne Enschul­di­gung auf dem Mün­che­ner Flug­ha­fen sogar rich­tig lei­den­schaft­lich. Die Gerichts­ver­hand­lung ist am 16. April…

  3. 04.12.2013

    Kla­rer Vor­teil der Bahn: Als mono­po­list kann man nichts umbu­chen ;p

  4. 04.12.2013

    Hallo Sue,

    kann Dei­nen Unmut ver­ste­hen, aber nicht, warum Du dach­test, Du wärest nicht betrof­fen? Es wurde mehr­fach kom­mu­ni­ziert, dass ab April alle Luft­han­saflüge Ger­man­wings­flüge sind, außer die von/nach Frank­furt oder Mün­chen. Ebenso wurde klar in allen Medien berich­tet, dass man damit den Loun­ge­zu­gang verliert.

    O-Saft und die Nürn­berg­sa­che finde ich wirk­lich sehr, sehr mies. Gene­rell ist es von Luft­hansa nicht die feine Art, aber der Rest war bekannt seit Januar. Sorry.

    • 04.12.2013

      Liebe Romy, kannst Du mir den Pas­sus in unse­rem Grund­ge­setz zei­gen, der mich dazu zwingt, Medien zu kon­su­mie­ren? Ich per­sön­lich weiss davon nichts. Weiss nicht, dass die Luft­hansa ihre eige­nen Flüge von ger­man Wings durch­füh­ren lässt. Wenn ich Luft­hansa buche, buche ich nicht Ger­man Wings und da hat die Luft­hansa dem­ent­spre­chend mit dem Kun­den zu kom­mu­ni­zie­ren und sich nicht dar­auf zu ver­las­sen, dass er auf sei­nem Toi­let­ten­gang die FAZ kon­su­mierte, in der Aus­gabe, in der das zu lesen war.

      Ich wün­sche Unter­neh­men, die mit sol­chen Mogel­num­mern agie­ren, einen schö­nen Nie­der­gang. PanAm gibt es auch nicht mehr.

    • Der Eine
      04.12.2013

      Hallo Romy,
      muss man sich nun schon vor der Buchung jeg­li­che Schlag­zei­len aneig­nen um beru­higt mit Luft­hansa zu flie­gen (oder eben auch nicht)?

      Ich ver­stehe Sue’s Unmut und wäre ebenso ent­setzt über diese Art von Ser­vice, was eigent­lich nicht mehr als sol­cher zu bezeich­nen ist.

  5. susanne
    04.12.2013

    Liebe Romy, wie gesagt, ich hatte eine Lufthansa-Buchungsbestätigung. Ich war sicher, nur neue Flüge wären davon betrof­fen. Ich werde wegen jeder pup­si­gen Ände­rung des Ablug­gate per sms infor­miert. Warum kann man einem Viel­flie­ger nicht wenigs­tens Bescheid geben, dass man sei­nen Flug auf eine andere Gesell­schaft umbucht? Mir ist auch rela­tiv egal, wel­ches Logo auf dem Flug­zeug steht. Aber ich habe Luft­hansa Ser­vice (Getränke an Bord und Nut­zung der Lounge) bezahlt. Und die rekla­miere ich!

  6. 04.12.2013

    Naja, „knall” ist da doch etwas hops gesagt. Bei so einem gro­ßen Unter­neh­men wie der Luft­hansa geht es wie im obe­ren Bei­spiel ja auch nicht etwa um Semi­nare, son­dern um Flüge. Und bei Flü­gen sieht der Bear­bei­tungs­pro­zess nun mal anders aus, wie auch die Scha­dens­re­gu­lie­rung bei aus­ge­fal­le­nen Flü­gen, denn die Pas­sa­giere in Nürn­berg sind davon ja auch nicht gerade begeis­tert, wenn der Flug voll­stän­dig aus­fällt. So ist das nun manch­mal bei Flü­gen. Dafür hat man die Mög­lich­keit den Kauf­preis bei der Luft­hansa teil­weise zurückzuverlangen.

  7. Kilian
    04.12.2013

    Mitt­ler­weile ist das alles auch wie­der etwas anders. FTL bekom­men nun auch im Smart-Tarif wie­der Loun­ge­zu­gang und der Smart-Tarif beinhal­tet Getränke.

    Umbu­chun­gen LH -> Ger­man­wings erfol­gen in den Smart-Tarif (Busi­ness in den Best).

    Bin froh, dass 97% mei­ner Stre­cken über die Hubs MUC und FRA gehen.

  8. Harry
    04.12.2013

    Gene­rell muss man bei Luft­hansa sehr auf­pas­sen, was auf der Buchungs­be­stä­ti­gung steht. Bei Lang­stre­cken­flü­gen mit Zwi­schen­halt kann es auch vor­kom­men, dass Teil­stre­cken von „Bil­lig­flie­gern” über­nom­men wer­den. Immer auf das „LH” ach­ten, mit dem die Flug­num­mer beginnt. Kein „LH” -> keine Luft­hansa.
    War vor kur­zen ein Bericht im Fern­se­hen, da war auf der Lufthansa-Buchungsbestätigung die erste Teil­stre­cke ein „LH”-Flug, der zweite Teil nicht. Die Flug­ge­sell­schaft, die ab dem Zwi­schen­halt geflo­gen wäre, war zwi­schen Buchung und Flug Pleite gegan­gen, und LH hat den Kun­den nicht infor­miert, son­dern bis zum ers­ten Zwi­schen­halt flie­gen las­sen — dort saß er dann fest… per­fek­ter Ser­vice ist was anderes.

    • Claudia
      04.12.2013

      Ihr Lie­ben, es steht lei­der immer eine LH Flug­num­mer im Reser­vie­rungs­sys­tem der Star Alli­ance , wich­tig ist der Pas­sus „ope­ra­ted by”. Bei Lang­ste­cken­flü­gen gibt es keine „Bil­lig­flie­ger”, die einen an den Ziel­ort brin­gen! Abso­lut schlecht ist die fast flä­chen­de­ckende inner­deut­sche und –euro­päi­sche Über­nahme der Ger­man­wings. Lei­der machen sich der Vor­standst­vor­sit­zende Chris­toph Franz mit sei­nem Finanz­vor­stand Frau Menne keine Gedan­ken über Men­schen auf der Seite der Kun­den oder der Mit­ar­bei­ter, sie sind ihnen lei­der voll­kom­men egal! Die Haupt­sa­che ihr jewei­li­ger Kon­to­stand stimmt! Schade um die vie­len hoch­mo­ti­vier­ten Mit­ar­bei­ter, die täg­lich Enor­mes leis­ten und ver­su­chen die Kun­den „bei der Stange zu hal­ten”, die schließ­lich auch einen Bei­trag zu den Vor­stands­ge­häl­tern leisten!

  9. 04.12.2013

    War denn auf der Buchungs­be­stä­ti­gung ange­ge­ben, durch wen der Flug durch­ge­führt würde? Wenn dort Luft­hansa stand, kann ich Dei­nen Unmut ganz und gar ver­ste­hen. Wenn dort Ger­man­wings steht, kann ich Dei­nen Ärger immer noch zu gro­ßen Tei­len nach­voll­zie­hen, denn der Umweg über NUE ist wirk­lich daneben.

    Ich sel­ber habe schon so viel Ärger mit dem Kra­nich gehabt, dass ich mir wirk­lich lang­sam die Frage stel­len müsste, warum ich mit dem Hau­fen über­haupt noch flie­gen sollte.

    Falls es inter­es­siert hier alle Blog-Einträge, die ich in der Ver­gan­gen­heit zur Luft­hansa und ihrem Umgang mit dem Kun­den geschrie­ben habe.

  10. sebastian
    04.12.2013

    hallo sue, ich war auch auf dem flug und habe mich gefragt, ob eine air­line das recht hat mich unnö­tig dem risiko einer wei­te­ren lan­dung und eines wei­te­ren starts aus­zu­set­zen. bekannkt­lich sind das die pha­sen des flie­gens, die am kri­tischs­ten sind.
    und dann so noch dreist zu sein, den pas­sa­gie­ren nicht einen goo­die bei den drinks zu geben, zeigt das man auf ryan air niveau ange­kom­men ist. dann gleich zu bes­se­ren tari­fen mit air ber­lin — danke dass ihr bei one world seid — guter schachzug!

  11. 04.12.2013

    @Harry: Das „LH” vor der Flug­num­mer sagt gar nichts aus. Es besagt nur, dass der Flug AUCH als LH-Flug durch­ge­führt wird. Was meinst Du, wie viele Codeshare-Flüge am Tag auch unter einer LH-Flugnummer durch­ge­führt wer­den, obwohl der Kra­nich daran betei­ligt ist.…

  12. 04.12.2013

    @Susanne Da würde ich genau so han­deln. Luft­hansa ist in Bar­ce­lona auch extrem schlimm. Ich ziehe jetzt die Kon­se­quenz dar­aus und buchen nur noch bei bil­lig Air­lines, da weiß man was man hat.

  13. Katharina
    04.12.2013

    Mein Mann und ich haben auch Luft­hansa gebucht und Luft­hansa bezahlt und beka­men Ger­man­wings — und der Platz, den ich im vor­de­ren Bereich des Flug­zeugs gebucht hatte, mit mehr Bein­frei­heit, weil ich zum Zeit­punkt des Flu­ges in der 30. Woche schwan­ger war, wurde mir nach bereits erfolg­tem Web-Check-In bei der Gepäck­ab­gabe kur­zer­hand ein­fach wie­der weg­ge­nom­men mit dem Argu­ment „da fliegt eine Fami­lie mit Baby mit”. Ähm, ja, und das da unter mei­nem T-Shirt ist ein Medi­zin­ball.
    Unnö­tig zu erwäh­nen, dass letzt­end­lich in der­sel­ben Reihe neben besag­ter Fami­lie mit Kind noch drei andere völ­lig nor­male Rei­sende saßen, die man, im Gegen­satz zu mir mit mei­nem dicken Bauch, komi­scher­weise nicht hatte umset­zen kön­nen. Letzt­end­lich habe ich nach lan­gem und lau­tem Pro­test doch noch einen Platz mit mehr Bein­frei­heit bekom­men, aber ver­gnü­gungs­steu­er­pflich­tig war diese Reise auch nicht.

  14. 04.12.2013

    Das ist schon eine echt Unver­schämt­heit, wie man mitt­ler­weile mit Kun­den umge­het. Wie diese Unter­neh­men trotz­dem über­le­ben kön­nen, bleibt mir ein Rät­sel. Die Luft­hanse hätte mich unter die­sen Bedin­gun­gen garan­tiert das letzte Mal als Kun­den begrü­ßen dürfen!

  15. 04.12.2013

    Es kommt inzwi­schen ja lei­der oft vor, dass man auf­grund ver­schie­den Codeshare abkom­men mit ande­ren Air­lines trans­por­tiert wird als man bucht (z.T. ist das ganz gut, wenn man JFK-FRA auf Luft­hansa bucht und dann den Codeshare Part­ner Sin­g­a­pore bekommt (20 Minu­ten nach­dem der „rich­tige” LH Flie­ger geht). Aber meist sind’s down­gra­des (z.B. Ame­ri­can Air­lines anstatt BA).

    In die­sem Fall hat Frau West­phal natu­er­lich recht, da es sich hier­bei ja um eine Aus­wechs­lung geht, es kann ja nicht so schwie­rig sein, ein paar Wochen lang allen GW Lin­den LH Ser­vice zu bie­ten, bis die Ihre Ope­ra­ti­ons im Griff haben.

  16. Pitt
    04.12.2013

    Wer ist denn hier über­rascht. Ich bin in den letz­ten Jah­ren oft Stuttgart-Berlin geflo­gen und da waren Flüge mit LH in LH-Flugzeugen auch mit nix essen und trin­ken, woge­gen es bei Air Ber­lin was gab. Dafür war Air Ber­lin aber auch bil­li­ger.
    Resul­tat 1: alle flo­gen lie­ber Air Ber­lin.
    Resul­tat 2: Air Ber­lin in den Mie­sen und LH macht wei­ter Gewinn.
    Sicher nicht wegen STR-TXL-STR, aber wer mal in den USA intern geflo­gen ist, kann ahnen, was noch auf uns zu kommt.
    Bleibt dann die Wahl zwi­schen Air­lines ohne Ser­vice, unver­läss­li­chen und auf man­chen Teil­stre­cken viel zu lang­sa­men Zügen (Vive la France!) und ver­stopf­ten Auto­bah­nen.
    Es lebe dann die vir­tu­elle Welt!

  17. 04.12.2013

    Der Arti­kel ist wirk­lich schön geschrie­ben und ich denke irgendwo im PR-Monitoring der Luft­hansa oder spä­tes­tens beim Social-Media-Monitoring von Facebook-Posts die „Luft­hansa” ent­hal­ten wird bald ein freund­li­cher Lufthansa-Miatarbeiter dei­nen Blog-Post lesen und dir einen Gut­schein schi­cken … prin­zi­pi­ell sollte jeder der sich ärgert dar­über blog­gen, dann ändert sich viel­leicht was (oder auch nicht) #tgif & LG Max.

  18. 04.12.2013

    Mein Tipp: Semi­nare in Deutsch­land höchs­tens 300 Kilo­me­ter von­ein­an­der ent­fernt pla­nen, wenn kein semi­nar­freier Tag dazwi­schen liegt. Bahn­card 100 kau­fen. Im Zug schla­fen. Augen­binde und Ohr­stöp­sel nicht vergessen.

  19. Martin Draeger
    04.12.2013

    Ich werd mal durch­rech­nen, ob ich nicht doch zur Bank gehe, mir einen uto­pi­schen Kre­dit geneh­mi­gen lasse und bei Air­bus n paar Maschi­nen von der Stange shop­pen gehe. Die stelle ich dann fürn paar Krö­ten an den Ham­bur­ger Air­port und sammle im Vor­bei­ge­hen die ver­stör­ten Lufthansa-Kunden ein. Dann ser­viere ich noch anstän­dige Drinks und Luft­hansa kann sich mal gepflegt in ihre Lounge gehackt legen… ;)

    • jason white
      04.12.2013

      mach das mal– das haben ganz Andere vor dir ver­sucht ;-)
      1. ist Flie­gen heute das Ein­zige, was bil­li­ger ist, als es vor 40 Jah­ren war…leider flie­gen dadurch auch viel­mehr Möch­te­gerns und Prolls mit…
      2. ver­sucht jede Air­line natür­lich auch Geld zu ver­die­nen…
      3. kochen alle mit Was­ser: ich hatte auch Scheiß­flüge mit Eti­had und SIA
      4. gibts immer Alter­na­ti­ven: eige­nes Auto, Bahn, Schiff…wie jetzt..?!? unbe­quem..?? also: buchen, zah­len, flie­gen, Klappe halten…

  20. 04.12.2013

    Die Dis­kus­sion ist gerecht­fer­tigt und ich habe sie mir Span­nung ver­folgt. Ich frage mich aber tat­säch­lich, ob denn kei­ner mehr das berühmte Klein­ge­druckte liest? Bei jeder Buchung, die viel­leicht über eine bestimmte Air­line vor­ge­nom­men wird, aber einer ande­ren („Codeshare”) Flug­ge­sell­schaft aus­ge­fürt wird, gibt es den Hin­weis „ope­ra­ted by XXX”, auch wenn die­ser bestimmt auch mal klein gedruckt ist. So wird es denke ich auch bei der Ger­man­wings­über­a­schung gewe­sen sein. Soweit ich weiß ist die Angabe sogar ein recht­li­ches Muss. Die z.T. von den Buch­sta­ben her gleich­an­fan­gen­den Air­line Zwei­let­ter­codes (LH, AB, SQ…) sind sicher ver­wir­rend aber es gibt in jeder Buchung einen Hin­weis, mit wel­cher Flug­ge­sell­schaft man tat­säch­lich fliegt.
    Und jetzt zum Thema „alles wird bil­lig, alles wird schlech­ter”: Der weit­aus größte Kos­ten­fak­tor der deut­schen Flug­ge­sell­schaf­ten ist der Kero­sin­preis, der in schwin­del­er­re­gende Höhen steigt. Um da als deut­sche Flug­ge­sell­schaft stand­haft blei­ben zu kön­nen und nicht 3/4 der Beleg­schaft vor die Tür zu set­zen, muss man sich was ein­fal­len las­sen. Die genann­ten Ein­zel­schick­sale hier sind abso­lut ver­ständ­lich ent­täuscht und auf­gbracht, aber ganz nüch­tern betrach­tet soll­ten wir und alle anschauen, was mit gro­ßen ehe­mals soli­den deut­schen Unter­neh­men pas­siert und das alles nicht von unge­fähr und grund­los daher kommt. Air Ber­lin ist sogut wie platt, wird nur noch von Ölmul­tis auf der Inten­siv­sta­tion am Leben gehal­ten. Beson­ders die nied­ri­gen Ticket­preise einer Emi­ra­tes und sons­ti­gen Sand­kas­ten­ge­sell­schaf­ten drü­cken die Preise so sehr, dass man als LH neue Stra­te­gien aus­tüf­teln muss und dann eben soer­was dabei her­aus kommt, damit man sich nicht völ­lig ver­ab­schie­den muss.
    Leute, denk auch ein biss­chen an die nack­ten wirt­schaft­li­chen Hin­ter­gründe und über­legt euch auch mal, ob wir nicht trotz­dem ver­su­chen soll­ten die deut­schen Unter­neh­men vor dem Ver­re­cken zu retten.

  21. rosi
    04.12.2013

    Oh Gott– ihr und eure dra­ma­ti­schen Pro­bleme!!
    Es klingt fast so als müss­tet ihr tot umfal­len wenn
    es auf 50 min Flug kein Was­ser und einen O-Saft gra­tis gibt!
    Klar, der Umweg nach Nürn­berg war sicher nicht das gelbe vom Ei– aber stellt euch nur mal vor ihr wärt dort gestran­det!
    Diese Gäste waren sicher froh drum.Und ja,ein Flug­zeug geht auch mal kaputt und nein,es ist nicht so schnell um ein­fach zu repa­rie­ren wie ein Klapp­fahr­rad!
    Wer macht’s besser???Richtig,niemand!Also,tief durch­at­men und always happy landings!:)

  22. Mike
    04.12.2013

    Liebe Sue,
    bitte neh­men Sie es nicht per­sön­lich aber mir fällt im Moment nicht mehr als ein ganz lau­tes „Muuuha­haha” ein.
    Ich bin Anfang 60 und habe ein recht erfolg­rei­ches Berufs­le­ben hin­ter mich gebracht. Wenn ich jetzt über die Arbeits­be­din­gun­gen in den 60er-/70er-Jahren schrei­ben würde, bekäme ich ein eben so lau­tes „Muuuha­haha”.… Damit will ich noch nicht ein­mal auf die 80er inter­kon­ti­nen­tal oder gar die 90er in den „Ost­block” ein­ge­hen…
    Sie/ich/wir rei­sen alle zu einem Bruch­teil der frü­he­ren Kos­ten — oder deut­lich schneller…dabei sind wir auch alle immer schnel­ler geworden…sind schnel­ler gemacht wor­den oder haben uns schnel­ler gemacht…
    Ent­schleu­ni­gen Sie sich ein wenig, ver­zich­ten Sie auf Eile oder neh­men Sie das ein­zig wahre Ver­kehrs­mit­tel: ein Fahr­zeug der Ober­klasse mit Con-/Com-Box und Fah­rer… Sie wer­den sehen, dann wird alles gut!
    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Mike

  23. susanne
    04.13.2013

    Lie­ber Mike, liebe Rosi,
    mein Pro­blem ist weder, dass ich ver­durste, noch, dass ich hek­tisch um Sekun­den kämp­fen würde. Es geht mir ein­zig um den Umgang mit Kun­den. Ich hätte mir gewünscht:
    * Eine Ände­rung, bezo­gen auf einen kon­kre­ten Flug (mit­samt ihren Aus­wir­kun­gen), per E-Mail oder sms direkt zu erhal­ten. Dann kann man sich schon mal drauf ein­stel­len und wird nicht über­rascht. Bei jeder pup­si­gen Gate-Änderung erhalte ich auch eine sms. Das ist kein Hexen­werk.
    * Ich sehe nicht ein, warum die Lounge ver­wehrt blieb. Ok, dar­aus hat man gelernt. In Zukunft dür­fen FTL Pass­giere wie­der rein. Eine Geste an die ver­är­ger­ten, die man aus­ge­sperrt hat, mit­samt einer Ent­schlu­di­gung halte ich für ange­bracht.
    * Beim Flugum­weg über Nürn­berg: Nicht für Ver­ständ­nis dan­ken son­dern darum bit­ten.
    * Ein Goo­die als Geste anbie­ten für den deut­lich län­ge­ren Flug. Und nicht auch noch ein Extra­ge­schäft dar­aus machen, dass die Leute nun all­mäh­lich einen tro­cke­nen Mund bekom­men. Ich finde es ein wenig hämisch, die Gäste zu ver­är­gern und dann mit dem Getränke-Verkaufswagen herumzugehen.

  24. Chris
    04.14.2013

    Es weiss doch jeder, dass der FTL nur ein Pseu­dosta­tus ist ;)

  25. Ufuk Ebcinoglu
    04.15.2013

    Liebe Susanne,

    will­kom­men im Club der Geprell­ten und Ver­scha­cher­ten. Die Luft­hansa hat hin­sicht­lich der Kom­mu­ni­ka­tion und auch der Pflege ihrer loya­len Flug­gäste kom­plett versagt.

    Ich habe hier­aus meine Kon­se­quen­zen gezo­gen und habe der Kranich-Linie seit Anfang des Jah­res kom­plett den Rücken zuge­wandt. Ab Ber­lin habe ich ins Ländle und in den Rest der Repu­blik mit Air­Ber­lin eine ver­nünf­tige Alter­na­tive. Da die Air­Ber­li­ner mir einen so genann­ten Sta­tus Match ange­bo­ten haben, fliege ich mit dem Sil­ber Sta­tus der Oneworld-Fliegergemeinde. Mehr noch: mit ein paar mehr Flü­gen inner­halb einer Pro­be­zeit erhalte ich bereits den Gold­sta­tus, für den man bei Luft­hansa & Co. drei­mal um die Welt in der Business-Class flie­gen müsste…

    Und es geht noch bes­ser: Wenn man einen Min­dest­um­satz von 15.000 Euro pro Jahr mit sei­ner Kre­dit­karte macht, erhält man von der DAB Bank eine kos­ten­lose Pla­ti­num­karte inklu­sive eines Prio­rity Pass für sich und den Part­ner bzw. die Part­ne­rin. Da ich meine berufs­be­ding­ten Flüge über die Kre­dit­karte abrechne, kommt die­ser Betrag bei mir rela­tiv schnell zusam­men und ich habe kei­ner­lei Kopf­schmer­zen, wenn ich mal an einem Flug­ha­fen kurz etwas trin­ken, etwas lesen und meine Emails che­cken möchte und dafür aber nicht bereit bin, den klas­si­schen Wucher­preis in einer schä­bi­gen Flughafen-Kaschemme zu bezahlen.

    Du siehst: Es gibt ver­nünf­tige Alter­na­ti­ven. Nach 10 Jah­ren (!) durch­gän­gi­gem Lufthansa-Status habe ich diese Pseudo-Ehe gekün­digt und lebe ganz befreit in neuen Wahlbeziehungen.

    Liebe Grüße nach Ham­burg und viel­leicht tref­fen wir uns dann in der Oneworld-Lounge in Stuttgart ;-)

    Ufuk

  26. dork
    08.27.2014

    hab im januar luft­hansa gebucht für 1000 euro und im juli dann einen germanwings-flug für weni­ger als die hälfte erhalten.

    schon nach der lan­dung hab ich mich beschwert, die reak­tion sei­tens des beschwerde-management: „als die info per mail kam, dass der flug von ger­man­wings durch­g­führt wird, hät­ten sie ja ent­schei­den kön­nen ob sie den flug antre­ten wol­len.….„
    ich hab ja nicht 600 für den leih­wa­gen und 2000 für das feri­en­haus bezahlt… gehts noch ?

    es eska­liert gerade und ich bin kurz davor das an anwälte zu geben. ich habe eine leis­tung gebucht und bezahlt — weit im vor­raus, erhal­ten habe ich eine leis­tung, die weni­ger wert war.

    ich ver­glei­che dass mit einem leih­wa­gen — ich buche einen SLK, zahle im vor­raus und bekomme dann vor ort einen trabbi — da ich zum kun­den fah­ren muss, nehme ich den trabant.…

    das ver­hal­ten der luft­hansa ist mir unver­ständ­lich und gehört juris­tisch bewertet .…

    d.


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