Newsletter schreiben, die mit Begeisterung gelesen werden

 

News­let­ter sind out”, hör­te ich kürz­lich jeman­den sagen. Und das stimmt, wenn man sich die Viel­zahl an lieb­lo­sen Mas­sen­mai­lings genau­er ansieht, die ganz schnell im Papier­korb lan­den. Doch News­let­ter kön­nen als  Mar­ke­ting­in­stru­ment sehr gut funk­tio­nie­ren, wenn man gut schrei­ben kann und dabei eini­ge Grund­re­geln beach­tet:

 

 

Rele­vanz

Was inter­es­siert Ihre Leser? Was sind deren The­men? Wor­über spricht die Welt? Ein guter News­let­ter greift The­men auf, die an der Kaf­fee­ma­schi­ne bespro­chen wer­den. Und um her­aus­zu­fin­den, was das ist, müs­sen Sie Ihren Lesern erst ein­mal zuhö­ren. Las­sen Sie sich also bli­cken, spre­chen Sie mit den Men­schen und lesen sie, was die­se selbst schrei­ben. Und den­ken Sie bei der Aus­wahl Ihrer The­men weni­ger abs­trakt und abge­ho­ben. Blei­ben Sie ein­fach und men­schen­nah. Die mit Abstand am häu­figs­ten ange­klick­te Sei­te in jedem Intra­net ist der Spei­se­plan der Kan­ti­ne!

 

Ritua­le

Sen­den Sie Ihren News­let­ter nach Mög­lich­keit immer an einem fes­ten Tag zu einer fes­ten Uhr­zeit. Sie wer­den es nicht glau­ben: Soll­te mich ein tech­ni­sches Pro­blem ein­mal dar­an hin­dern, mei­nen News­let­ter mitt­wochs um 12:00 Uhr zu ver­schi­cken, gehen garan­tiert ab 12:30 die ers­ten Nach­fra­gen bei mir ein: Der Lese­stoff wird ver­misst! Das schöns­te Kom­pli­ment für einen News­let­ter-Schrei­ber.

 

Nutz­wert

Whe­re is the beef?” Ihre Leser wol­len einen Vor­teil zum Rein­bei­ßen. Bie­ten Sie Ihren Lesern etwas! Sor­gen Sie dafür, dass sie sich schnel­ler infor­miert füh­len, nütz­li­che Tipps bekom­men oder einen Preis­vor­teil erhal­ten für etwas, das Sie ver­kau­fen. Sie kön­nen Ihren Lesern auch eine Büh­ne bie­ten indem Sie in Ihrem News­let­ter posi­tiv über sie berich­ten. Als leuch­ten­de Pra­xis­bei­spie­le oder mit Zita­ten ein­ge­baut wird ihr News­let­ter damit zum Dia­log­me­di­um und ver­kün­det nicht per Mega­phon plum­pe Eigen­wer­bung.

 

Timing

Sen­den Sie einen News­let­ter immer mit­ten in den Arbeits­fluss hin­ein, wenn die Leser am Com­pu­ter sit­zen und viel­leicht auch gera­de einen ruhi­gen Moment haben. Bes­te Tage und Zei­ten: Diens­tag, Mitt­woch oder Don­ners­tag um die Mit­tags­zeit. Mon­tags und frei­tags sind vie­le nicht da. Abends wer­den Sie in Büros nicht gele­sen und am nächs­ten Mor­gen direkt mit den 100 ande­ren „unwich­ti­gen” E-Mails im Paket gelöscht. Ach­ten Sie auf wich­ti­ge, gro­ße Ereig­nis­se im Kalen­der. Am Tag eines WM-End­spiels oder am Tag nach der Bun­des­tags­wahl soll­ten Sie nicht mit Son­der­an­ge­bo­ten für Schrau­ben um die Ecke kom­men.

 

Betreff

Ver­wen­den Sie nie! nie! nie! das Wort News­let­ter in der Betreff­zei­le. Grei­fen Sie lie­ber das span­nends­te The­ma her­aus oder nen­nen sie meh­re­re inhalt­li­che Stich­wor­te. Dass es sich um einen News­let­ter han­delt, kön­nen Sie auch über den Absen­der­na­men klar machen. Und das Wort löst nichts ande­res aus als ein Ankli­cken des Müll­ei­mer-Sym­bols.

 

Dosie­rung und Text­län­ge

Sen­den Sie Ihre News­let­ter nicht zu oft und nicht zu sel­ten. Und nur dann, wenn Sie inhalt­lich etwas zu sagen haben. Das Mor­gen­brie­fing vom Han­dels­blatt mag ich täg­lich lesen. Der News­let­ter mei­nes Steu­er­be­ra­ters reicht mir alle 14 Tage. For­mu­lie­ren Sie die Beträ­ge so kurz und knapp wie mög­lich und ver­lin­ken Sie lie­ber auf aus­führ­li­che­re Tex­te auf Ihrer Home­page, wenn Sie noch mehr zu sagen haben. Jeder Bei­trag im News­let­ter braucht eine inhalt­li­che Aus­sa­ge. Ver­wei­sen sie also nicht ein­fach nur auf eine „inter­es­san­te Stu­die”, son­dern ver­ra­ten Sie bereits vor­weg die wich­tigs­te Erkennt­nis. Der Leser soll­te auch ohne Klick auf wei­ter­füh­ren­de Links schlau­er wer­den.

Redak­tio­nell, nicht werb­lich

Ver­mei­den Sie Selbst­be­weih­räu­che­rung und plat­te Wer­be­aus­sa­gen. Sei­en Sie extrem vor­sich­tig mit Adjek­ti­ven: las­sen Sie alle wer­ten­den Adjek­ti­ve und Super­la­ti­ve weg. Wenn Sie sich schon unbe­dingt selbst loben müs­sen, dann bit­te in Form eines Kun­den­zi­tats.

 

Per­sön­li­che Anspra­che

Ein Edi­to­ri­al eines News­let­ters klingt im bes­ten Fall so, dass der Leser über­zeugt ist, der Ver­fas­ser hät­te nur ihm per­sön­lich geschrie­ben. Das gelingt, indem Sie gleich im ers­ten Satz eine direk­te Fra­ge stel­len oder auf die ver­mu­te­te, aktu­el­le Situa­ti­on Ihres Emp­fän­gers ein­ge­hen. Selbst­ver­ständ­lich soll­ten Sie ihn in der Anre­de immer nament­lich anspre­chen und auch dar­auf ein­ge­hen, ob Sie Ihren Leser duzen oder sie­zen. Auch soll­te immer ein Mensch mit aus­ge­schrie­be­nen Vor- und Nach­na­men als Absen­der sicht­bar sein, nie­mals „Ihr Kun­den­ser­vice-Team” oder ähn­li­ches.

 

Bil­der

Schmü­cken Sie Ihre Aus­sa­gen mit Bil­dern! Ihre Leser haben kei­ne Lust, rei­ne Text­wüs­ten abzu­ar­bei­ten. Über­ra­schen Sie mit Ihrer Bild­spra­che und las­sen Sie die Fin­ger von Stock-Fotos, die jedes Unter­neh­men zu ver­wen­den scheint.

 

 

 

Mei­ne Kol­le­gin Marie-Chris­ti­ne Schind­ler hat hier noch eini­ge tech­ni­sche Hin­wei­se zum erfolg­rei­chen Ver­sen­den von News­let­tern zusam­men­ge­stellt.

 

 

Wenn Sie noch mehr über gute Tex­te erfah­ren wol­len, lade ich Sie herz­lich zu einem die­ser Work­shops ein:

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